Veröffentlicht bei agrarheute
Ein bundesweites Programm der Landwirtschaftlichen Rentenbank soll Existenzgründer unterstützen. Die Bewerbungsfrist läuft.
Landwirtschaft braucht Zukunft – und damit junge Menschen, die bereit sind, einen Betrieb zu übernehmen. Mit dem Pilotprojekt „Ackerpreneurs – der Farm-Inkubator“ startet die Landwirtschaftliche Rentenbank ein bundesweites Programm, das landwirtschaftliche Existenzgründungen gezielt und strukturiert begleitet.
Antragsfrist für die „Ackerpreneurs“ endet 31. März
Das Projekt will praxisnahes Lernen mit unternehmerischer Entwicklung verbinden. Bis zum 31. März können sich Gründerinnen und Gründer bis einschließlich 45 Jahren mit einer landwirtschaftlichen Idee in der Primärproduktion für eine Teilnahme auf der Internetseite des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMLEH) bewerben.
Bis zu sechs angehende Gründerinnen und Gründer haben die Chance, ihr ausgearbeitetes landwirtschaftliches Vorhaben über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren auf einem bestehenden Betrieb unter realen Bedingungen zu erproben. Während dieser Zeit können sie fachliche Beratung, Mentoring, Netzwerkangebote und finanzielle Unterstützung nutzen. Das Ziel: Ein praxisnaher und gleichzeitig abgesicherter Einstieg in die unternehmerische Selbstständigkeit für angehende landwirtschaftliche Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter.
Wer kann sich bewerben?
- Personen bis einschließlich 45 Jahren mit einem konkreten landwirtschaftlichen Gründungsvorhaben
- Landwirtschaftliche Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter, die ihren Betrieb als Inkubator-Hof zur Verfügung stellen möchten
Die Auswahl erfolgt im Rahmen eines bundesweiten Bewerbungsverfahrens.
Kern des Programms ist die Partnerschaft zwischen einem bestehenden landwirtschaftlichen Betrieb (Inkubator-Hof) und Personen mit konkreten landwirtschaftlichen Gründungsvorhaben. Hier kann eine Geschäftsidee unter echten, aber abgesicherten Bedingungen wachsen.
Gründer lernen im laufenden Betrieb, setzen ihre Ideen praktisch um, erhalten Mentoring, treffen unternehmerische Entscheidungen – und bekommen so Klarheit für die eigene Gründung oder Hofübernahme.
Inkubator-Höfe wiederum gewinnen neue Perspektiven und Ideen für Betriebszweige, geben Wissen weiter und gestalten gemeinsam die Zukunft der Landwirtschaft.
Warum ist das Projekt für die Landwirtschaft wichtig?
Mit dem Pilotprojekt „Ackerpreneurs“ soll genau der Punkt aufgegriffen werden, an dem viele junge Landwirte ausgebremst werden: Eigene Flächen sind knapp, Kapital für Investitionen fehlt und unternehmerische Praxiserfahrung muss erst aufgebaut werden. Gleichzeitig gibt es für außerfamiliäre Hofnachfolgen bislang kaum strukturierte Unterstützung.
Hier setzt das Programm an. Es bietet einen befristeten und fachlich begleiteten Rahmen, in dem Gründungsideen unter realen Marktbedingungen erprobt werden können – ohne von Anfang an das komplette wirtschaftliche Risiko schultern zu müssen.
So entstehen konkrete Strategien für den Generationswechsel in der Landwirtschaft, für Quereinsteiger und für außerfamiliäre Hofübergaben. International ist dieser Ansatz bereits erprobt, nun wird er erstmals systematisch in Deutschland umgesetzt.
Chancen bieten für außerfamiliäre Hofnachfolge
„Der Generationenwechsel ist eine der wichtigsten Zukunftsfragen für unsere Landwirtschaft“, so Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank. „Um die kommenden Herausforderungen zu meistern und wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen wir innovative Ideen und Menschen, die Verantwortung übernehmen. Doch nicht alle haben die Möglichkeit, einen Familienbetrieb zu übernehmen – gleichzeitig stehen viele Höfe ohne gesicherte Nachfolge da. Mit ‚Ackerpreneurs‘ schaffen wir neue Wege für außerfamiliäre Hofnachfolgen und eigenständige Gründungen.“