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für Gründerinnen

Der wichtigste Faktor für wirksame Führung ist das Bewusstsein der Führungskraft. Notwendig dafür ist es, die eigene Meinung, verfestigte Denkweisen, Gewohnheiten und Glaubensmuster erkennen und verändern zu können. Der Weg dahin beginnt immer mit Selbstreflexion und verlangt Innenarbeit. Drei Don´ts und Dos helfen dabei:

  1. Don´ts: Die Mitarbeiter manipulieren

Mit erlernten Führungstechniken werden Meinungen, Gefühle und Verhaltensweisen der Mitarbeiter kontrolliert. Das beginnt bei aufgesetztem Interesse oder gespielter Freundlichkeit und führt zu ganz bewusster Manipulation z.B. durch psychologische Fragetechniken oder emotionalen Druck. Neben der ethischen Bedenklichkeit ist die Problematik, dass Manipulation meistens (unbewusst) entlarvt wird. Auch wenn es der Mitarbeiter nicht genau benennen kann, entsteht oft ein mulmiges Gefühl. Im schlimmsten Fall entzieht er der Führungskraft das Vertrauen und sie verliert dadurch seine innere Kooperationsbereitschaft.

Do! Werden Sie sich zunächst bewusst darüber, wo und wie Sie Ihre Mitarbeiter manipulieren. Fragen Sie sich, warum Sie das tun. Haben Sie Angst vor Ablehnung? Sind Sie es nicht wert, dass man Ihnen folgt? Fürchten Sie Kontrollverlust? Wenn Sie sich selbst erkennen und gut mit sich umgehen, dann tun Sie das auch mit Ihren Mitarbeitern. Wahrhaftig können Sie als Führungskraft echte Strahlkraft entwickeln und ein authentisches Vorbild sein, dem Menschen gerne folgen. Manipulationen oder stringente Führungstechniken werden so überflüssig.

  1. Don´ts: „Tu was ich sage, nicht was ich tue!“

Von unserem Team erwarten wir, dass Regeln einhalten werden. Hält ein Mitarbeiter sich nicht daran, gibt´s Ärger. Aber wie sieht das bei Führungskräften aus? Sie bekommen natürlich keinen „Ärger“ im Sinne von Rüge, wenn sie sich nicht an Regeln halten. Das „Feedback“ darauf könnte eher daraus bestehen, dass Mitarbeiter sich aufregen, dem Unternehmen durch Frust und Demotivation Energie rauben und die Ungerechtigkeit „ausgleichen“, wann und wie auch immer sich die Möglichkeit bietet.

Do! Regeln gelten für alle gleich! Wenn in Meetings die Handys ausgeschaltet werden, sollte Ihres auch aus sein. Wenn Kunden wertschätzend behandelt werden, sollten Sie auch nicht hintenrum lästern. Wenn Abgabefristen eingehalten werden sollen, dann erledigen Sie auch immer alles pünktlich. Haben Sie als Führungskraft Sonderregeln im Unternehmen, sollten Sie diese zumindest kommunizieren und dann strikt einhalten. Wenn auf dem Firmengelände nicht geparkt werden soll, Sie selbst es aber jeden Morgen tun, dann ist das Ihr gutes Recht. Informieren Sie Ihr Team darüber und erklären den Grund, ersparen Sie sich viele Kraftverluste durch unnötiges „Geläster“.

  1. Don´ts: Bestechen statt Begeistern

Systemisch gesehen funktionieren Unternehmen genauso wie Familien. Was passiert, wenn Kinder alles bekommen, was sie haben wollen? Werden sie dankbar und zufrieden sein oder eher verwöhnt und immer anspruchsvoller? In der Personalführung ist das exakt genauso. Bei „Belohnung für gute Leistung“ wird der Reiz der Befriedigung schnell zur Gewohnheit. Dann braucht der Mensch nicht nur einen immer größeren Reiz, sondern entwickelt sogar Besitzansprüche: „Ich habe ein Recht darauf“.

Do! Überwinden Sie Ihre innere Abhängigkeit. Sie sollten als Führungskraft so attraktiv sein, dass die Menschen Ihnen freiwillig folgen. Ein „Entzug“ mit bereits „verwöhnten“ Mitarbeitern ist oft eine heikle Angelegenheit. Auch hier ist ein Schlüssel Bewusstseinsarbeit: Ermöglichen Sie Ihrem Team Selbsterkenntnis, dass persönliche Befindlichkeiten, die verbunden sind mit äußeren Reizen, verhindern, wahre Erfüllung im Job zu erleben. Eröffnen Sie mögliche Wege und bieten Lösungen an, wie Ihre Mitarbeiter das verändern können, wenn sie es möchten.

Mit viel Bewusstsein über sich selbst und die tieferen Wirkungsweisen in und zwischen Menschen kann erfolgreiche Personalführung heute und in Zukunft eine dankbare und vor allem freudvolle Aufgabe sein.

Der Text ist von Christoph Döhlemann, erschienen bei SHE works1

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