Aktuelles

für Gründerinnen

Der VdU fordert von der Bundesregierung jetzt Rahmenbedingungen zu schaffen, die KMU unterstützen, sicher aus der Krise zu kommen und sich wieder zu stabilisieren. Mehr als ein Drittel der frauengeführten Unternehmen hat nach der aktuellen Umfrage des VdU unter seinen Mitgliedern als Folge der Corona-Pandemie weiterhin mit einer gesunkenen Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen zu kämpfen (37 Prozent). Bei 18 Prozent kam es zu Stornierungen bereits abgeschlossener Aufträge durch Kunden. Daneben gibt es bei 19 Prozent weiterhin logistische Engpässe bei Zulieferprodukten. Es zeigt sich aber auch, dass fast 19 Prozent der Unternehmerinnen keine negativen Auswirkungen spürt und bei 22 Prozent die Nachfrage (wieder) steigt. Damit haben sich die Zahlen im Vergleich zur letzten Umfrage im Winter 2020 etwas verbessert und deuten auf eine leichte wirtschaftliche Erholung hin. Die Lockerungen der Corona-Auflagen machen sich hier bemerkbar.

Es zeigt sich ein gemischtes Gesamtbild

Im Umsatzvergleich von 2020 zu 2019 zeigt sich ein gemischtes Gesamtbild. Während gut 55 Prozent der Unternehmen gerade in krisengebeutelten Branchen im letzten Jahr Umsatzeinbußen von teilweise mehr als 75 Prozent (9 Prozent) hinnehmen mussten, blieb der Umsatz bei knapp 20 Prozent der Unternehmerinnen im Vergleich zum Vorjahr gleich. 25 Prozent der Unternehmerinnen konnten ihre Umsätze gegenüber 2019 sogar steigern. Auch hier zeigt sich, dass beinahe die Hälfte der frauengeführten Unternehmen gut durch die Krise gekommen ist und keine negativen Veränderungen verzeichnet hat, während die andere Hälfte weiterhin stark betroffen ist und dringend Unterstützung braucht, um die Folgen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu bewältigen.
Die Unternehmerinnen schauen mit Unsicherheit in die kommenden Monate. Angesichts des Umsatzrückgangs und der sich nur sehr langsam erholenden Nachfrage gehen sie davon aus, dass ihr Eigenkapital in den kommenden sechs Monaten weiter schmilzt (32 Prozent), sie befürchten Liquiditätsengpässe (25 Prozent) und eine hohe Belastung durch Fremdkapital, z.B. aus aufgenommenen Krediten (12 Prozent). Erfreulich ist, dass sich im Vergleich zum Winter 2020 die Zahl derer, die über alle Branchen hinweg gegen eine Insolvenz kämpfen, von vier Prozent auf zwei Prozent halbiert hat.
Knapp 20 Prozent der Unternehmerinnen nimmt die aktuellen Wirtschaftshilfen von Bund und Ländern in Anspruch, wobei weitere vier Prozent Hilfen zwar beantragt, jedoch immer noch nicht erhalten haben. Dass 21 Prozent auf die eigenen Rücklagen zurückgreifen, zeigt jedoch auch das große Verantwortungsbewusstsein vieler Unternehmerinnen und den starken Willen, ihre Unternehmen eigenverantwortlich durch die Pandemie zu bringen.
Neben dem tagesaktuellen Corona-Management muss die Bundesregierung Maßnahmen ergreifen, die KMU und Soloselbständige unterstützen, sicher aus der Krise zu kommen, neue Rücklagen aufbauen und Investitionen tätigen zu können und somit Arbeitsplätze zu erhalten oder wieder zu schaffen. Die Unternehmerinnen wünschen sich insbesondere eine klare Öffnungsstrategie entlang nachvollziehbarer Kriterien (78 Prozent), eine Entlastung von übermäßiger Bürokratie (76 Prozent) sowie ein generelles Vorantreiben der Digitalisierung (69 Prozent), insbesondere mit Blick auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Digitalisierung der Verwaltung. Ebenso würde eine Ausweitung des steuerlichen Verlustrücktrags die Unternehmerinnen entlasten, 41 Prozent befürworten eine solche Maßnahme.

Unternehmerinnen-Umfrage bei Corona-Pandemie ergab, dass mobiles Arbeiten viel genutzt wird

Die frauengeführten Unternehmen nutzen mobiles Arbeiten überall da, wo es möglich ist. Drei Viertel plant auch nach der Corona-Pandemie mobiles Arbeiten zu ermöglichen. 74 Prozent wollen, dass ihre Mitarbeiter*innen sowohl am festen Arbeitsplatz im Unternehmen als auch mobil, z.B. im Homeoffice, arbeiten. Ein Drittel der Unternehmerinnen, die dieses Mischmodell favorisieren, begründen ihre Entscheidung mit den guten Erfahrungen der letzten Monate. Die frauengeführten Unternehmen, die vollständig am festen Arbeitsplatz arbeiten werden, tun dies mehrheitlich (95 Prozent), weil mobiles Arbeiten in ihrem Unternehmen aufgrund der Geschäftsprozesse, Produkte oder Dienstleistungen nicht möglich ist. Die Zahlen machen deutlich, dass ein Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten nicht erforderlich ist. Was eine moderne Arbeitswelt laut der Unternehmerinnen jedoch braucht, ist ein verlässlicher Rechtsrahmen für u.a. den Arbeitsschutz, den Datenschutz, den Unfallschutz, die Arbeitszeit sowie die Kostenübernahme durch den/die Arbeitgeber*in (38 Prozent) für das mobile Arbeiten sowie eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregelung (32 Prozent).
Im Vergleich zur Umfrage im Juli 2020 sind die Unternehmerinnen des VdU mit der Arbeit der Bundesregierung in der Corona-Pandemie aktuell deutlich unzufriedener: Während im letzten Sommer drei Viertel die Arbeit der Großen Koalition als gut oder sehr gut bewerteten, tun dies jetzt nur noch knapp 20 Prozent. Die wirtschaftspolitischen Maßnahmen schneiden aktuell noch schlechter ab: Während im Sommer noch 40 Prozent der Bundesregierung dafür die Note 2 gaben, sprechen sich nun lediglich 16 Prozent für eine gute Bewertung aus. Aktuell bewerten fast zwei Drittel die Maßnahmen als ausreichend bis ungenügend. Es verwundert daher nicht, dass nur zwei Prozent der Unternehmerinnen eine Wiederauflage der Großen Koalition im Herbst begrüßen würde. Die Mehrheit der Unternehmerinnen befürwortet hingegen einen politischen Wechsel, wobei sich 30 Prozent für eine Schwarz-Grüne, 22 Prozent für eine Schwarz-Gelbe Koalition und 17 Prozent für eine Jamaika-Koalition aussprechen. Viele Unternehmerinnen sind allerdings noch unentschlossen – 19 Prozent legen sich derzeit auf keine Koalitionspräferenz fest. Die Ergebnisse und Grafiken der Umfrage finden Sie auf den folgenden Seiten.

Über die Unternehmerinnen-Umfrage des VdU

Seit Beginn der Corona-Krise hat der Verband bereits zum siebten Mal rund 1.800 Unternehmerinnen online befragt. Im Befragungszeitraum vom 7. bis zum 18. Mai 2021 haben 220 Unternehmerinnen geantwortet.
Die Antworten verteilen sich auf folgende Branchen: Beratung (29 %), sonstige Dienstleistungen (23 %), Industrie und Handel (je 11 %), Baugewerbe (7 %), Gesundheitswirtschaft (4 %), Kultur- und Kreativwirtschaft (3 %), Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie Tourismuswirtschaft (je 3 %), Gastgewerbe und IT (je 2 %) sowie Verkehr und Lagerei (1 %).
Nach Unternehmensgrößen verteilen sich die Antworten wie folgt: Soloselbständige (10 %), 1-5 Beschäftigte (35 %), 6-20 Beschäftigte (27 %), 21-100 Beschäftigte (21 %), 101-250 Beschäftigte (3 %), mehr als 250 Beschäftigte (4 %).

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